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Martin Bruno Schmid

Martin Bruno Schmid

Zerlegen, Zerreißen, Bohren, Schleifen bestimmen die Arbeitsweise des Künstlers. Sein technisches Material ist Rigips, Wandfarbe, Bleistift, Spachtelmasse, Papier, Klebstoff. Das Bohren von Löchern ist ein destruktiver Akt. Zugleich bilden Löcher, die als Negativform eine leere Fläche füllen, sowohl ein ästhetisches als auch poetisches Muster aus Punkten.


Bei Betrachten der Objekte von Martin Bruno Schmid entsteht ein ambivalentes Gefühl, doch die grobe Handlung des Künstlers entlarvt sich als System einer künstlerischen Reversion. Sein künstlerisches Tun hat einen forschenden Charakter, denn metaphorisch ist das Bohren ein Suchen und Untersuchen. Durch abertausende von Bohrungen mit der Bleistiftspitze befinden sich seine „Bohrzeichnungen“ im vagen Zustand des Verfalls. Ergraut, hauchzart und luftig schwebt das zerfledderte Papier über dem weißen Grund, lässt ein Spiel mit Licht und Schatten entstehen und kommt damit dem Himmelssymbol „Pi“ (aus der späten Chou-Zeit) sehr nah, denn das Loch in der Mitte der chinesischen Jadescheibe „Pi“ evoziert das Hereinscheinen der „geistigen“ Welt in das Irdische. Morbid erscheinen auch seine „Bohrstücke“. Weiße, mit der Bohrmaschine durchlöcherte Krusten aus Gips, Spachtelmasse und Wandfarbe scheinen abzublättern und lenken den Blick auf die Tektonik des Untergrunds, der eine Art „Geofraktur“, eine zerbrechliche Zone zeigt, in der auch die Bleistiftlinien der Koordination nur noch fragmentarisch existieren. Dieser scheinbare Zerfall wird letztendlich wiederum zur Öffnung, den Blick freigibt in den „Hintergrund“.


Dr. Otto Rothfuss und Margarete Rebmann, Katalogtext zur Ausstellung „Ice / White“, Kunstverein KISS Untergröningen 2010



Martin Bruno Schmid

*1970, Deutschland, lebt und arbeitet Stuttgart, Deutschland


Vita Martin Bruno Schmid (PDF)


Vertretung

Galerie Strzelski, Stuttgart

Galerie Schwarz, Greifswald


Ausbildung

1995 – 2001

Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart,

u.a. bei den Professoren Joseph Kosuth und Daniele Buetti

Leisesprecher (Black Star #2), 2015

Acryl, Akustiklochplatte,

Akustikvlies, Bohrung

160 x 120 cm

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Leisesprecher (Black Star #1), 2015

Acryl, Akustiklochplatte,

Akustikvlies, Bohrung

160 x 120 cm

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Bohrstück, 2015

Acryl, Gipskarton, Bohrung

40 x 34 cm

Foto: Frank Kleinbach

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Leisesprecher, 2015

Ausstellungsansicht

Galerie Strzelski Stuttgart

Foto: Frank Kleinbach

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10777 Berlin

T +49 30 364 327 08

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