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Constanze Vogt

Die Objekte von Constanze Vogt sind Materialtransformationen. Ihr künstlerisches Verfahren ist medienreflexiv. Sie verwandelt Papier mit einer Nähmaschine in etwas Stoffgleiches. Formt aus Kleiderbügeln satzartige Zeichen. Webt einen Teppich aus Heftstreifen. Überträgt das Schnittmuster einer Jacke in körpergroße Linoldrucke.

 

In konzentrierten, zeitlich extensiven und monotonen Arbeitsprozessen werden Übergangsphänomene sichtbar, die die Künstlerin selbst mit Übersetzungen vergleicht. So zerstanzt sie meterweise Papier, bis es sich in ein gardinenhaftes Objekt verwandelt. Von beiden Seiten sichtbar, kann es umschritten werden wie etwas Skulpturales, das Licht einfängt. Als verdichtete Setzung im Raum erzeugt es einen Hauch von Körperlichkeit, der sich in der Durchsicht sogleich wieder transformiert. Bis an die Grenze des Unsichtbaren.

 

Die Jury in ihrem Statement zur Preisvergabe des Gottfried-Brockmann-Preis der Landeshauptstadt Kiel:

„Die junge Kieler Künstlerin Constanze Vogt bewegt sich mit ihren Arbeiten zwischen den unterschiedlichen Medien. Ihre Bilder, Installationen, Objekte und Texte zeichnen sich durch eine reduzierte Materialwahl aus. Ephemere Materialien wie Papier, Sprache und Licht nutzt und bearbeitet Constanze Vogt für ihre Auseinandersetzung mit dem Thema der Zwischenräume. Der extensive und nahezu rituale Arbeitsprozess, mit dem sie das Material transformiert, ist in ihren Arbeiten deutlich sichtbar und erweitert die Objekte um einen performativen Charakter. Auf den ersten Blick äußerst selbstreferentiell, wirken sie wie eine Suche nach einer eigenen Sprache, die das Verhältnis von Text, Bild, Objekt und Körper in ein poetisches Licht rückt und austariert.


Die besondere Kraft und Stärke der Arbeiten von Constanze Vogt liegt in genau dieser poetischen und stillen Sprache, mit der sie Phänomene des Übergangs und der Transformation visualisiert. Mit beständiger und ausdauernder Intensität bewegt sie sich exakt und genau an der Grenze von Sichtbarkeit und dem Unsichtbaren, wodurch ihre Arbeiten als bewusster und anachronistischer Kommentar zu einer immer lauter werdenden populären Bilderkultur zu sehen sind.“

 

Constanze Vogt über Ihre künstlerischen Verfahren:

Ich zieh es auseinander sage ich, es werden vier, überrede mich und spiele geviertelt. Erzählen wie nähen und zeichnen, alles mit allem gleich setzen und wieder zeichnen, nähen, erzählen, was zuerst war spielt keine Rolle, aber auch nicht gar keine, weil alles die gleiche Rolle ist. Ich drehe mich um und um und muss nicht und muss alles umrunden, umrunde es murmelnd.

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