mianki.Gallery Berlin
Claudia Kallscheuer
Claudia Kallscheuer

Schreiben und Zeichnen an der Nähmaschine, Sticken und Nähen und Fäden auch mal hängen lassen – ungewöhnliche Ausdrucksformen in der Kunst Claudia Kallscheuers. Kleinigkeiten im Wert hervorzuheben, Werte, die wir meist nicht mehr beachten. Claudia Kallscheuer entrückt das scheinbar Belanglose, prozesshaft, wiederholend, verknüpft mit einem kalkulierten Fadenchaos.


Durch die gestickte Umsetzung erhalten die Arbeiten eine nachdrückliche Relevanz. Fadengeschriebene Botschaften, denen erst das Garn besonderes inhaltliches Gewicht verleiht. Fäden müssen dabei nicht immer vernäht sein, einfach hängen lassen und so die Linien verlängern. So verändern gerade diese Linien immer wieder die von ihr geschaffenen Werke. Und das Sortieren, was von Zeit zu Zeit nötig ist, gehört dazu ...


Außergewöhnlich auch, dass es ihr weniger um die Ober- als um die Unterseite des bestickten Materials geht. Dabei kehrt sie unteres zu oberst. Sie spielt mit innen und außen, verkehrt linke und rechte Seite, schafft Unordnung in der Ordnung. Fehler werden eingebaut, Fadenspannungen variiert, Überlagerungen und Verwicklungen im Nähprozess geduldet. Es wird geknotet, wo kein Knoten passt.


Claudia Kallscheuer öffnet und sensibilisiert den Blick des Betrachters für das Hintergründige des Alltäglichen. Diese Motive und Themen unseres Lebens führt sie auf feinsinnige und vielschichtige Weise der künstlerischen Reflexion zu.


Und sonst: Kallscheuer baut Kästchen mit Gefundenem, Aufgehobenem, Geschenktem, Verbrauchtem, Vergessenem. Jedes Kästchen ein WunschundTraum, eine Not, ein Heimweh, eine Suche.

Claudia Kallscheuer
up

mianki.Gallery

Kalckreuthstraße 15

10777 Berlin

T +49 30 364 327 08

English
10D